15 Jul 2007
842 km und in Passau
Nun sind wir in Passau angekommen und eigentlich sollte das das Ende meiner Reise sein,aber ich habe noch eine Woche Urlaub und so begleite ich Ben noch bis Innsbruck. Das letzte Mal habe ich aus Budweis geschrieben und habe voller Sorge in die Zukunft geblickt. Glücklicherweise ist es nicht so schlimm gekommen wie befürchtet. Die Tour nach Cesky Krumlov war nur 35 km lang und ging ein gutes Stück an der Moldau entlang.( Ich habe mich öfter gefragt,warum es der Moldau-Radweg heißt. Soviel habe ich nämlich von diesem Fluß nicht gesehen) .Cesky Krumlov ist wirklich fantastisch anzuschauen. Lauter kleine Gassen und Winkel und ein Haus schöner als das andere.Es ist natürlich recht touristisch,aber am Abend wird es ruhiger in der Stadt. Die Tagesgaeste sind dann wieder weg und man kann in Ruhe irgendwo nett essen. Da das Abendbrot unsere Hauptmahlzeit des Tages ist( ja ich weiß-abends essen macht dick,aber nach nur Frühstück muß man irgendwann mal was richtiges essen), ist es schön, es richtig zu genießen. Die naechste Station-Frymburg am Lipno Stausee. Hier wird die Moldau zu einem riesigen See aufgestaut, seine Größe ist nicht zu überblicken. Die Fahrt war anstrengend aber mal auf eine andere Weise. Es ging zwar auch hügelig weiter,aber das Beste war eine Strecke von ca. 5km.Es wurde empfohlen von Rad abzusteigen,da es zu gefährlich ist.Tatsächlich haben wir uns auf einem unbefestigten Waldweg wiedergefunden. Sehr schmal,auf der einen Seite steil zur (befahrenen)Bahnlinie abfallend,die andere steil zur Böschung hinauf.Der Weg, durch den häufigen Regen recht feucht, und mit großen und kleinen Steinen bedeckt. Dann mußten wir die Gleise auch noch überqueren( laß uns mal schauen ,ob ein Zug kommt) und die Räder die Böschung wieder steil nach oben auf den Weg schieben. Das war der offiziell empfohlene Radweg! Gott sei Dank haben unsere Räder alles mitgemacht und wir hatten eine ruhige Hand beim Lenken. Mit der Fähre sind wir dann nach Frymburk übergesetzt und konnten abends einen wunderschönen Sonnenuntergang (der erste in diesem Urlaub) über dem Stausee beobachten.Am nächsten Tag sollte nun der Übergang Tschechien/Österreich erfolgen. Der höchste Berg,den es zu überwinden galt,war ca.930 m hoch und wir befanden un auf ca.725.Also nur 200 Höhenmeter, nicht dramatisches ,war ich ja schon fast gewohnt. Es war auch tatsächlich nicht ganz so schlimm,weil sich diese Steigungungen über eine längere Strecke hinzogen. Der Ausblick von oben war auch wirklich sehr schön und hat uns für die Anstrengung belohnt. Nun waren wir also in Österreich angekommen,aber der harte Brocken kam dann erst. Ähnlich wie kurz hinter Prag, gab es dann steile Abfahrten (z.T.14% Gefälle) und ebenso steil ging es dann wieder hinauf. Das alles mehrfach hintereinander. 40km hatten wir ja schon in den Beinen und dann diese Strapaze! Abfahrten ,könnte man meinen ,sollten ein Gefühl von Freiheit und Geschwindigkeitsrausch vermitteln,aber sie können einem auch riesigen Respekt einflößen. Bei einem Gefälle von 14% mit einer nicht einsehbaren Kurve am Ende , muß man ganz und gar dem Bremsmaterial vertrauen und man fragt sich ,ob man das kann. Die Hände und der obere Rücken verkrampfen total,bremsen ,lösen ,bremsen ,nur nicht zu schnell werden! Also Abfahrten können! sehr schön sein und man sollte nur rechtzeitig einschätzen,welche Sorte Abfahrt man vor sich hat. 15 km stetig , aber nicht steil, bergab waren dann auch die Belohnung für die ganze Quälerei. Nach 68 km endlich am Ziel ,in Obermühl/ Österreich. Alles war plötzlich anders und wir brauchten eine Weile nicht mehr tschechisch zu sprechen,zumal ich manchmal wirklich nicht verstanden hatte was dieser nette Ösi gerade zu mir gesagt hat. Das! waren böhmische Dörfer! Ein ereignissreicher Tag ,Kulturschock inbegriffen (Cola in CZ-0,50€, Cola in Ö-2,10€). Heute ,bei strahlendem Wetter ,gab es eine kleine Erholungsfahrt nach Passau. 52 km meist bergab ,oft Rückenwind und der zweite Kulturschock dann in Deutschland- Warum sind die Menschen bloß sooo dick? Mit dieser Frage werde ich mich verabschieden und ins Bett gehen und mich morgen auf eine nächste Fahrt freuen. Gute Nacht!
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